AD(H)S, Medikamente und Therapien

Ergotherapie darf bei ADS / ADHS wegen der Kernsymptome (z.B. bei mangelnder Konzentration, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Selbständigkeit, Alltagstätigkeit) von allen Ärzten (Hausarzt, Kinderarzt, Fachärzten …. ) nach den gesetzlichen Heilmittelrichtlinien verordnet werden.

Die Diagnosestellung für ADS / ADHS erfolgt beim Arzt, Facharzt oder in Klinikambulanzen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat mit Wirkung zum 01.09.2009 die Zulassung von Arzneimitteln mit entsprechenden Wirkstoffen geändert.

Die Behandlung von ADHS mit entsprechenden Medikamenten setzt demnach zum einen die gesicherte, kriterienorientierte Diagnostik einer ADHS und eine entsprechende Schwere und Dauer der Erkrankung voraus. Die Diagnose darf sich nicht allein auf das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome stützen. Außerdem müssen Behandlungsversuche mit anderen Therapieverfahren, wie z. B. Ergotherapie mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie oder Psychotherapie unternommen worden sein, ohne dass sich unter diesen Behandlungen allein ein Therapieerfolg eingestellt hat.

Wenn entsprechend dieser Vorgaben eine Indikation für eine Behandlung mit Medikamenten gestellt werden kann, hat die medikamentöse Behandlung im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie zu erfolgen. Diese therapeutische Gesamtstrategie umfasst in der Regel sowohl therapeutische, psychologische, pädagogische, soziale als auch pharmakologische Maßnahmen und die Behandlung darf nur noch unter Aufsicht eines Spezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern durchgeführt werden.

Ferner muss der Arzt, der ein entsprechendes Medikament über längere Zeit bei Kindern und Heranwachsenden mit ADHS anwendet, regelmäßig den langfristigen Nutzen des Arzneimittels für den einzelnen Patienten prüfen, indem er das Medikament mindestens einmal im Jahr absetzt.

Außerdem müssen Patienten unter Langzeitbehandlung hinsichtlich Herz-Kreislauf-Status, Wachstum, Appetit und anderer psychischer Erkrankungen laufend überwacht werden. Insbesondere Berichte über zum Teil schwere unterwünschte Wirkung von bestimmten Medikamenten, wie das erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Schlaganfälle, hatten dazu geführt, dass im Juni 2007 auf Antrag der Europäischen Kommission ein europäisches Risikobewertungsverfahren für diese Medikamtengruppe eingeleitet worden war. Mit der Kommissionsentscheidung vom 27. Mai 2009 und den daraus resultierenden Änderungen der Zulassungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten wurde das Verfahren abgeschlossen.

 

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Celle
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